Begleithundeprüfung auf Kimbaland

Präambel

Jede Erziehung ist zuerst das Ergebnis des Zusammenlebens miteinander und des Verständnisses füreinander, dies gilt auch für die Erziehung des Hundes in der Familie. Jeder Hund wird bereitwillig lernen, wenn ihn eine gute Hand führt. Deshalb wird die Ausbildung des Hundes in Gehorsam, Leinenführigkeit und Verkehrssicherheit keinem Hundehalter Schwierigkeiten machen, der sich ernsthaft mit der Erziehung seines Hundes befasst.
Der gut erzogene Hund, auf den sich der Hundeführer in jeder Situation verlassen kann, der andere nicht belästigt oder gefährdet, ist Beweis verantwortungsbewusster Hundehaltung und echter Hundefreundschaft. Die Erziehung zu Gehorsam und Leinenführigkeit ist außerdem auch der beste Schutz für den Hund.
Drill und Dressur haben in der Ausbildung auf Kimbaland keinen Platz. Die Erziehung auf „Angriff“ und „Schärfe“ ist für den in der Familie gehaltenen Hund abzulehnen und deshalb auf Kimbaland verboten:

Der Hund ist keine Waffe!

Der wohlerzogene, freundliche Hund findet auch Anerkennung bei Nicht-Hundebesitzern, der streunende, kläffende Hund, der wilde Angreifer und Beißer dagegen ist Beispiel für fehlende bzw. nicht artgerechte Erziehung vom Welpenalter an. Dies ist besonders wichtig, wenn durch schlechte Zucht- bzw. Aufzuchtbedingungen bereits beim Welpen Verhaltensstörungen auftreten, die nur bei konsequenter Erziehung ab der Prägungsphase (8. – 16. Woche) auszugleichen sind.

Auch der Gesetzgeber verlangt eine „verkehrssichere Hundehaltung“. Nach §28, Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung „sind Hunde, die den Verkehr gefährden können, von Straßen fernzuhalten, sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet werden, die ausreichend auf sie einwirken können.“

Der Gesetzgeber erwartet also eine verkehrssichere Ausbildung des Hundes.

Ausgebildete Hunde, die auf Zuruf folgen, geraten nicht in Gefahr als „wildernd“ eingeschätzt und im Revier vielleicht sogar abgeschossen zu werden. Außerdem spielt auch bei richterlichen Entscheidungen eine wesentliche Rolle, ob ein Hund eine Ausbildung zum Begleithund genossen hat. Dies bietet dem Hundehalter eine bessere Rechtsposition in Streit- und Versicherungsfällen, als Besitzern völlig unausgebildeter Hunde in gleichen Situationen.

Deshalb bietet die Hundeakademie Kimbaland e.V. allen ihren Mitgliedern und für Hunde jeder Abstammung die Möglichkeit zur Begleithundeausbildung und -prüfung an.

Der Begleithunde-Pass

Die Ausbildung wird durch die bestandene Prüfung des Hundes im Begleithunde-Pass bestätigt.
Der Pass wird mit einem Foto des Hundes versehen und dient damit auch als Identitäts-Nachweis für jeden Hund, z.B. bei Rechtsfällen oder Auslandsreisen. Dieser Pass wird innerhalb einer Woche nach der Prüfung ausgestellt.

Ausbildung und Prüfung

Die Ausbildung des Hundes wird in der nachstehenden Prüfungsordnung beschrieben und umfasst die Leinenführigkeit, das freie Folgen, das korrekte Laufen bei „Fuß“ bzw. „Hand“, den Gehorsam bei Ablenkung, das Abholen und Herankommen des Hundes, seine Wesensfestigkeit sowie sein Verhalten im Straßenverkehr.
Die theoretische Ausbildung der Hundehalter ist Bestandteil jeder normalen Übungsstunde im Kimbaland. Die regelmäßige Teilnahme befähigt die Prüflinge somit zur richtigen Beantwortung der Prüfungsfragen.
Die Prüfung, mit der kein Leistungswettbewerb verbunden ist, wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ beurteilt, das Bestehen durch Ausstellung des Begleithunde-Passes bestätigt.

Die Prüfungsanforderungen

Die Begleithundeprüfung beinhaltet eine theoretische und praktische Prüfung.

Theoretische Prüfung:

Die bestandene theoretische Prüfung ist Zulassungsvoraussetzung für die praktische Prüfung.

Praktische Prüfung der folgenden Kriterien:

  • Leinenführigkeit
  • Kommando „Fuß“
  • Kommando „Hand“
  • Kommando „Komm“
  • Kommando „Hier“ für korrektes Abrufen
  • Kommando „Korrekt“ für korrekte Freifolge bei „Fuß“
  • Kehrtwende
  • Kommando „Hinter mir“ bzw. „Zurück“
  • Kommando „Stopp“ bzw. „Steh“
  • Gehorsam beim Ablegen, Bleiben, Abholen und Abrufen des Hundes

Wesensfestigkeit bei Konfrontationen:

  • mit Lärm
  • mit Radfahrern, Joggern usw.
  • mit spielenden Kindern
  • mit auffällig gekleideten Personen
    (z.B. Hut, Uniform, Schirme, Masken usw.)
  • durch über den Hund steigende Personen (Gaststättensituation)

Sozialverhalten

  • mit anderen Hunden auf engem Raum

Erklärungen

Leinenführigkeit bedeutet, der Hund darf weder an der Leine ziehen, noch Tempo und Richtung bestimmen wollen. Er soll seinem Hundeführer stets willig folgen. Die Leine soll stets locker durchhängen, sie ist ein Führungs- und kein Zuginstrument.
Beim Kommando „Fuß“ läuft der Hund zur linken Seite des Hundeführers, beim Kommando „Hand“ wird der Hund auf die rechten Seite geführt, wenn es z.B. die Verkehrssituation fordert. Der Wechsel von „Fuß“ zu „Hand“ und umgekehrt erfolgt aus Sicherheitsgründen stets hinter dem Hundeführer.
Das Kommando „Komm“ erlaubt dem Hund dabei lockeres Laufen, sowohl frei, als auch an der Leine, die in ihrer ganzen Länge zur Verfügung stehen kann. Hierbei darf der Hund nicht ziehen.
Das Kommando „Korrekt“ verlangt dagegen, dass der Hund, sowohl auf der „Fuß“- wie auch auf der „Hand“-Seite, dicht beim Hundeführer bleiben soll, idealerweise mit seinem Schulterblatt auf Höhe dessen Beins.

Bei der Kehrtwende drehen sich Hund und Hundeführer gegenläufig zueinander um, der Hund wird hinter dem Hundeführer herumgeführt. Beide befinden sich zum Schluss in ihrer ursprünglichen Position („Fuß“ oder „Hand“), nur in entgegengesetzter Richtung.

Beim Kommando „Hinter mir“ (oder „Zurück“) soll der Hund dicht hinter dem Hundeführer laufen, ohne diesen zu überholen. Die Verwendung dieses Kommandos ist an Engpässen, Gefahrenstellen oder im Gedränge angezeigt.

Beim Kommando „Stopp“ soll der Hund aus der Bewegung heraus stehen bleiben, wenn der Hundeführer anhält. Das automatische Absitzen des Hundes beim Anhalten ist nicht erwünscht.

Mit dem Kommando „Steh“ wird der Hund in die stehende Position gerufen.

Beim Ablegen und Bleiben hat der Hund nach dem Weggehen des Hundeführers ruhig und ohne aufzustehen auf das Abholen oder das Heranrufen zu warten.

Beim Abrufen soll der Hund auf das Kommando „Hier“ zügig und gerade herankommen, und sich erst auf Kommando setzen.

Danach ist, auf Kommando, die Grundstellung in „Fuß“-Position einzunehmen („Sitz“ erst nach Kommando).

Bei den Konfrontationstests auf Wesensfestigkeit sollte der Hund den verschiedenen Situationen gelassen und ohne Angst oder Aggression gegenüberstehen.

Das Sozialverhalten wird bei den Begegnungssituationen mit anderen Hunden beurteilt und, soweit möglich, beim Verhalten im Freilauf.

Während der gesamten Prüfung sollte der Hundeführer ohne die während des Trainings verwendeten Hilfestellungen (z.B. Fuß auf die Leine stellen, Leckerli in der Hand halten) auskommen, ansonsten führt dies zu Punktabzug.

Prüfungsablauf

Die Bewertung erfolgt in Teilprüfungen:

  1. Schriftliche Theorieprüfung
  2. Teilnahme an einer Übungsstunde
  3. Stadt-Prüfung in der Gruppe
  4. Einzelprüfung in Leinenführigkeit, Freifolge und Unterordnung

Erläuterung zu den einzelnen Prüfungsteilen:

1. Theorie

Die Theoretische Prüfung dient dem Nachweis der Sachkunde des Hundeführers. Etwa 20 allgemeine, unterschiedlich schwere Fragen über Haltung, Pflege, Gesundheit, Erziehung und Verhalten sind schriftlich zu beantworten. Nur eine bestandene Theorie-Prüfung berechtigt zur Teilnahme an der praktischen Begleithunde-Prüfung.

Dazu müssen auf Stufe „Normal“ 70%, auf Stufe „Bronze“ 75%, auf Stufe „Silber“ 80% und auf Stufe „Gold“ 85% der Fragen richtig beantwortet sein.
Die Theoretische Prüfung wird von allen Prüflingen gemeinsam ca. 4 Wochen vor der Praktischen Prüfung abgelegt.
Eine nicht bestandene Theorieprüfung kann wiederholt werden. Dies hat spätestens zwei Wochen vor der Praxis zu erfolgen.

2. Teilnahme am Prüfungsteil „Übungsstunde“

In diesem Teil der Prüfung wird der Gehorsam des Hundes bei Ablenkung durch andere Hunde sowie seine Wesensfestigkeit beurteilt.
Gewertet werden:

Unterordnung

  • Leinenführigkeit und Freifolge mit Richtungs- und Tempowechsel
  • Wechsel von „Fuß“ auf „Hand“ und umgekehrt
  • Korrektes Laufen an der Leine
  • Kommando „Hinter mir“
  • Kommando „Steh“
  • Kommando „Bleib“ mit Entfernen des Hundeführers
  • „Sitz“ und „Platz“ aus der Bewegung
  • Ablegen/Absitzen mit und ohne Abrufen
  • Kommando „Hier“

Wesensfestigkeit

  • Konfrontationstests (Radfahrer, Kinder, auffällige Personen usw.)
  • Begrüßungssituation
  • Lärmfestigkeit bei lauten Geräuschen (z.B. Rasseln, Tröten, Applaus)

Sozialverhalten

  • Begegnungen mit anderen Hunden
  • Gemeinsames Ablegen mehrere Hunde auf engem Raum
  • Eventuell Verhalten beim Freilauf

3. Teilnahme am Prüfungsteil „Stadtgang“

Beim Stadtgang wird das Verhalten des Hundes unter den erschwerten Bedingungen des öffentlichen Verkehrs geprüft.
Die Prüfungskriterien entsprechen weitestgehend denen der 1. Teilprüfung, lediglich die Freifolge entfällt.
Zudem wird die Entfernung vom Hundeführer zum Hund beim Ablegen/Absitzen auf 3-4 m beschränkt, vorhandene Anbindemöglichkeiten sollten genutzt werden.

4. Prüfungsteil „Einzelprüfung“

Dieser Prüfungsteil besteht in den Stufen „Normal“ und „Bronze“ aus 4, in der Stufe „Silber“ aus 5 Übungen.
In der Prüfungsstufe „Gold“ schließt sich noch eine „Feldprüfung“ mit einer Hasenattrappe an.

In allen Übungen führt der Hundeführer seinen Hund mit locker durchhängender Leine bzw. in Freifolge. Der Hund hat alle Kommandos, Richtungsänderungen und Kehrtwendungen bereitwillig auszuführen und dabei stets an der Seite des Hundeführers zu bleiben. Die nötigen Kommandos werden mit den üblichen Hör- und Handzeichen erteilt, das Herabbeugen zum Hund oder Korrigieren mit der Hand sind zu vermeiden und führen zum Punktabzug.

Übung 1 – Geradeaus gehen mit Kehrtwendung

Übung 1a

Der Hundeführer (HF) nimmt mit seinem Hund am Start/Endpunkt die Grundstellung ein, der Hund sitzt dabei korrekt an der linken Seite des HF. Nach 2-3 Sekunden macht der HF seinen Hund aufmerksam und geht mit dem Kommando „Komm“ auf den Kehrtwendepunkt zu. Nach der Kehrtwendung erteilt der HF dem Hund das Kommando „Korrekt“ und geht mit dem nun korrekt „Fuß“ gehenden Hund zum Ausgangspunkt zurück. Dort erfolgt eine weitere Kehrwendung, die Teilübung endet mit der Grundstellung.

Übung 1b

Der HF leint seinen Hund ab und wiederholt die Übung in der Freifolge.

Erläuternde Skizze:

Übung 2 – Leinenführigkeit und Freifolge mit Richtungswechsel, Kommando „Hand“

Übung 2a

Der Hundeführer (HF) nimmt mit seinem Hund am Start/Endpunkt die Grundstellung ein. Nach 2-3 Sekunden macht der HF seinen Hund aufmerksam und geht mit dem Kommando „Komm“ auf den ersten Richtungswechselpunkt zu, es erfolgt ein Richtungswechsel nach links.

Von hieraus geht der HF ohne anzuhalten auf den ersten Kehrtwendepunkt zu. Auf Höhe des Haltepunktes ruft der HF seinen Hund mit dem Kommando „Korrekt“ in die korrekte „Fuß“- Position.

Nach der Kehrwendung („Kehrt-Korrekt“) erreicht der HF nach ca. 10-15 Schritten den ersten Haltepunkt. Hier hält der HF an („Stopp“) und erteilt dem Hund nach 1-2 Sekunden das Kommando „Sitz“. Der Hund hat dabei korrekt an der linken Seite des HF zu sitzen. Nach kurzem Halt geht der HF mit dem Kommando „Komm“ weiter, es erfolgt eine Wendung nach rechts am 1.Wendepunkt. Von da aus geht der HF ohne anzuhalten auf den zweiten Richtungswechselpunkt zu, er durchläuft dabei den Start/Endpunkt der Übung.

Es erfolgt ein weiterer Richtungswechsel nach rechts.

Nach einigen Schritten erteilt der HF dem Hund auf Höhe der entsprechenden Markierung das Kommando „Hand“. Der Hund wechselt dabei freudig und ohne zu zögern auf die rechte Seite des HF und geht zunächst locker mit. Auf Höhe des Haltepunktes ruft der HF seinen Hund mit dem Kommando „Korrekt“ in die korrekte „Hand“-Position.

Nach der Kehrwende auf „Hand“ („Kehrt-Korrekt“) erreicht der HF nach ca. 10-15 Schritten den zweiten Haltepunkt. Hier hält der HF an („Stopp“) und erteilt dem Hund nach 1-2 Sekunden das Kommando „Sitz“. Der Hund hat dabei korrekt an der rechten Seite des HF zu sitzen.

Nach kurzem Halt geht der HF mit dem Kommando „Komm“ weiter, an der entsprechenden Markierung wird der Hund wieder in die „Fuß“-Position gerufen.

Am zweiten Richtungswechselpunkt erfolgt eine Linkswende mit anschließendem Kommando „Korrekt“, das eingehalten wird bis zum abschließenden Anhalten am Start/Endpunkt in der Grundstellung.

Übung 2b

In der Grundstellung leint der HF seinen Hund ab und wiederholt die Übung in der Freifolge.

In der Prüfungsstufe „Normal“ entfällt jedoch das Kommando „Hand“ in Freifolge, der Hundeführer behält in der Übung 2b das Kommando „Fuß“ bei.

Übung 3 – Ablegen mit Außer-Sicht-gehen und Abholen

Der HF geht mit dem angeleinten Hund gerade auf den Startpunkt der Übung zu, der Hund befindet sich dabei locker an seiner linken Seite. Einige Schritte vor der Markierung erteilt er das Kommando „Korrekt“ und nimmt so an der Markierung die Grundstellung ein.

Der Hund wird abgeleint und mit den entsprechenden Hand- und Hörzeichen in die „Platz“-Position gebracht.

Mit dem Kommando „Bleib“ entfernt sich der HF und begibt sich hinter das Versteck. Dort wartet der HF auf die Aufforderung „Hervortreten“. Sobald der HF wieder in Sicht gekommen ist, wiederholt er das Sichtzeichen „Bleib“ und wartet auf die Aufforderung „zum Hund“.

Der HF geht um den Hund auf dessen rechte Seite und nimmt die Grundstellung ein. Übung 3 ist damit beendet.

Übung 4 – Ablegen mit Abrufen

Aus der Grundstellung der Übung 3 geht der HF nach 3-4 Sekunden mit dem in Fußposition frei folgenden Hund (Kommando „Komm“) auf die Kehrtwendemarkierung der Übung 4 zu. Nach der Kehrtwendung („Kehrt-Korrekt“) geht der HF mit korrekt folgendem Hund bis zur Haltemarkierung. Hier nimmt der HF mit seinem Hund die korrekte Grundstellung ein und erteilt dem Hund nach 2-3 Sekunden das Kommando „Platz“.

Danach geht der HF mit dem Kommando „Bleib“(wahlweise auch „Wait“) zügig und ohne sich umzusehen zur entsprechenden Wartemarkierung. Dort wendet er sich dem Hund zu und bleibt ruhig stehen.

Auf Anweisung ruft der HF seinen Hund mit dem Kommando „Hier“ zu sich. Der Hund hat freudig und in schneller Gangart auf dem kürzesten Weg heranzukommen und dicht vor dem HF gerade 2-3 Sekunden stehen zu bleiben, auf das Kommando „Sitz“ hat der Hund gerade vor dem HF abzusitzen.

Nach 2-3 Sekunden erfolgt das Kommando „Fuß“, worauf sich der Hund auf die linke Seite des HF begibt und stehend auf das Kommando „Sitz“ wartet.

Mit dem Absitzen des Hundes in der Grundstellung endet die Übung.

Übung 5 – Platz/Sitz/Steh aus der Bewegung – Sitz/Platz aus der Entfernung

Diese Übung wird in den Prüfungsstufen „Silber“ und Gold“ verlangt.

Der HF begibt sich mit seinem Hund an der Startmarkierung in die Grundstellung und leint den Hund ab. Nach 2-3 Sekunden geht der HF mit dem Hund in Freifolge („Komm“) auf die mittlere, etwa 10 Schritte entfernte Markierung zu. Dort erteilt er dem Hund das Kommando „Platz und Bleib“ und geht dabei ohne zu zögern weiter. Der Hund hat sich dort unmittelbar hin zu legen.

An der dritten, ebenfalls etwa 10 Schritte entfernten, Markierung wendet der HF sich seinem Hund wieder zu und erteilt aus dieser Entfernung nach 2-3 Sekunden das Kommando „Sitz“, das dieser sofort zu befolgen hat.

Danach ruft der HF seinen Hund korrekt ab.

Nun geht der HF mit dem Hund auf demselben Weg zurück. An der mittleren Markierung erteilt der HF nun das Kommando „Sitz und Bleib“, worauf sich der Hund unmittelbar zu setzen hat, während der HF zur ersten Markierung weitergeht. Von hier aus ruft er den in der Mitte sitzenden Hund zunächst in die Platzposition, danach erfolgt wieder das korrekte Abrufen.

Anschließend geht der HF ein drittes Mal mit seinem Hund auf die mittlere Markierung zu, erteilt dort das Kommando „Stopp/Steh und Bleib“ und geht zur dritten Markierung weiter, während der Hund stehen bleiben muss. Danach wird der Hund ein letztes Mal korrekt abgerufen.

Feldprüfung

Die Feldprüfung wird zusätzlich in der Prüfungsstufe „Gold“ verlangt.
Der Hund soll dabei zeigen, dass er sich plötzlich auftretendem Wild gegenüber neutral verhält und stets unter Kontrolle seines HF bleibt.

Dazu wird vor der Prüfung auf einer freien Fläche (Wiese o.ä.) eine Hasenattrappe unauffällig deponiert, die von einem versteckten Helfer mittels eines Zugseils bewegt werden kann. Der HF wird nun von den Prüfern über diese Fläche geschickt, der Hund läuft dabei frei, mit dem lockeren Kommando „Komm“ (normale Spaziergangs-Situation!).

Auf Signal der Prüfer wird nun die Hasenattrappe durch den Helfer über die Wiese gezogen und gerät dabei in Sicht des Hundes.

Die Ausprägung des jetzt vom Hund gezeigten Jagdtriebes bestimmt die Bewertung.
Im Idealfall sollte der Hund uninteressiert reagieren, auf jeden Fall aber auf Kommando durch den HF abrufbar sein. Läuft der Hund zur Attrappe hin und ist nicht abrufbar, bevor er diese erreicht hat, gilt die Feldprüfung als „nicht bestanden“.

Ort, Dauer und Zeitpunkt der Prüfung

Begleithundeprüfungen auf Kimbaland finden in der Regel auf dem Vereinsgelände bzw. im Ortsbereich von Alzey statt. Alle Prüfungsteile werden von den Prüflingen gemeinsam zu den vom Verein festgelegten Terminen abgelegt, in Ausnahmefällen(Krankheit/Arbeitszeiten) können individuelle Absprachen getroffen werden.

Die Prüfungsteile 1 und 2 umfassen jeweils die Dauer von ca. 1 Stunde, die Teile 3 und 4 ca. 20 Minuten. Während der gesamten Prüfungsdauer stehen die Teilnehmer unter der Aufsicht der Prüfer und dürfen das Übungsgelände nur nach Absprache verlassen.
Kimbaland bietet seinen Mitgliedern in regelmäßigen Abständen Termine zur Begleithunde-Prüfung an, zu denen sich die Teilnehmer schriftlich mittels eines, beim Verein erhältlichen, Anmeldebogens anmelden müssen.
Bei Anmeldung ist die geforderte Prüfungsgebühr zu entrichten.

Bewertung

Für die Zulassung zur praktischen Prüfung wird die bestandene theoretische Prüfung vorausgesetzt.
Bei der normalen Begleithundeprüfung können im praktischen Teil maximal 120 Punkte vergeben werde.

Dabei entfallen auf:

  • Teil 1 (Übungsstunde) 30 Punkte
  • Teil 2 (Stadtgang) 30 Punkte
  • Teil 3 (Einzelprüfung) 60 Punkte

Die normale Begleithundeprüfung gilt als bestanden, wenn im praktischen Teil von max. 120 Punkten 84 erreicht wurden.

Nach erfolgreicher Prüfung ist, in der angegebenen Reihenfolge, die Steigerung zu den Prüfungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold möglich. Auch hier wird wieder die bestandene, jeweilige Theorie-Prüfung vorausgesetzt.

Zu den normalen Prüfungsanforderungen wird für die Steigerung zu „Bronze“ zusätzlich verlangt:

  • das Kommando „Hand“ mit KW und „Sitz“ in der Freifolge
  • 90 von max. 120 Punkten müssen im praktischen Teil erreicht werden

Zu den Prüfungsanforderungen „Bronze“ wird für die Steigerung zu „Silber“ zusätzlich verlangt:

  • die Kommandos „Platz“, „Sitz“ und „Steh“ aus der Bewegung
  • damit verbunden: die Kommandos „Platz“ und „Sitz“ aus der Entfernung
  • 120 von 150 Punkten müssen im praktischen Teil erreicht werden

Zu den Prüfungsanforderungen „Silber“ wird für die Steigerung zu „Gold“ zusätzlich eine „Feldprüfung“ verlangt:

  • Hier wird das Verhalten des Hundes im freien Feld beurteilt: Aufmerksamkeit, Jagdtrieb, Gehorsam bei der simulierten Begegnungen mit Wild (Attrappe)
  • 136 von 160 Punkten müssen im praktischen Teil erreicht werden

Als nicht bestanden gilt die Prüfung, wenn im praktischen oder theoretischen Teil die jeweils erforderliche Mindestpunktzahl nicht erreicht wurde.
Als nicht bestanden gilt außerdem, wenn der Teilnehmer in einer Übung oder einem Prüfungsteil weniger als die Hälfte der maximalen Punktzahl erreicht, seinem Hundeführer davon läuft und auf Zuruf nicht zurückkommt (drei Versuche!), oder durch aggressives Verhalten auffällt! In diesen Fällen wird die Prüfung sofort abgebrochen und der Teilnehmer vom weiteren Prüfungsverlauf ausgeschlossen.

Unsere Begleithundeprüfung nützt, und schützt den Hund.
Die Ausbildung macht „Hund und Mensch“ Freude.

Zum Vergleich die Begleithundeprüfung vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und des FCI (FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE).
PDF Download (Seite 24 bis Seite 28)